Tom McLean – Blinddate in der National Gallery

irish painter dublin galway
Tom McLean, no title, oil on wood, 2015

Das erste Adventswochenende 2016 in Dublin zu verbringen war ein Experiment. Sucht man über Google nach Dublin + Advent + Weihnachtsmarkt etc. findet man nicht viel.

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Umso größer war die Überraschung, ein fast US-amerikanisch-kitschiges Winter-Wonderland vorzufinden, bei dem auch ohne Schnee Weihnachtsstimmung überall ist. Die Fenster, Geschäfte, Fassaden sind hochdekoriert, jede auch noch so kleine Nische ist festlich geschmückt.

Weihnachtspullover liegen ja immer im Trend

In Pubs werden Nikolausmützen als Werbe-Give-Aways verteilt und „All I want for Christmas is you“ läuft omnipräsent rauf und runter. Parallel trägt gefühlt jeder vierte Ire trägt rein zufällig einen Weihnachtspullover.

 

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Tom McLean, Waiting Room, 80×70, oil on canvas, 2016

Um diesem kaum entrinnbaren Weihnachtstrubel zu fliehen, sind wir also am Samstagmorgen in die National Gallery of Ireland geflüchtet, by the way kostenfrei und gegen freiwillige Spenden betrieben. Dort am Merrion Square besuchten wir durch Zufall die Ausstellung des Hennessy Portrait Prize. Eine kleine, aber feine Kabinettausstellung mit zahlreichen spannenden Positionen aktueller irischer Künstler.

Darunter auch eine Arbeit des  23 Jahre jungen talentierten Malers Tom Alexander McLean aus Galway „Waiting Room“. Meine große Begeisterung war dann tatsächlich so enthusiastisch, dass ich noch am selben Abend dem Künstler eine E-Mail schrieb um ihn kennenzulernen. Leider war das nicht so einfach möglich, da Tom in Galway wohnt, dass am entgegengesetzten Ende Irlands liegt. Doch, der digitalen Welt sei Dank, gibt es ja mittlerweile neue Wege der Kommunikation und der Auseinandersetzung. Auch mit Kunst. Tom, der unter anderem auf der longlist für den RDS Visual Artist Award stand und Finalist des Screaming Pope Prize, 2016 ist, vernetzte sich also mit mir über Facebook und Instagram wo man einen hervorragenden Überblick über sein Werk erhält.

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Tom McLean, no title, chark on red paper, 2015

Zurück in Deutschland habe ich mich dann zum ersten Mal damit auseinandergesetzt, ein Bild (bzw. zwei) zu kaufen, ohne es vorher real gesehen zu haben. Das ist schon seltsam. Aber man sollte nie nie sagen.  Nach einem langen Hin- und her konnte ich mich für eine Auswahl von zwei Werken entscheiden.

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Tom McLean, no title, oil on wood, 2015

Um es kurz zu machen: Zwei herrliche Bilder dieses jungen talentierten Malers sind nun Teil meiner kleinen Sammlung und ich bin über dieses Blanddate immer noch sehr glücklich. Habe ich mit Tom McLean und der Ausstellung in der National Gallery doch einen guten Einstieg in die junge Kunst Irlands gefunden. Dass ein Besuch Irlands auf jeden Fall lohnt, hatte ich bereits vor einem Jahr in einem Artikel für das Magazin Bonvoyage versucht darzustellen.

LINK (folgt)

Mein Weihnachtsexperiment hat diese Meinung nun nur noch einmal mehr bestätigt: Irland ist umwerfend!

http://www.irishtimes.com/culture/art-and-design/visual-art/the-hennessy-portrait-prize-2016-shortlist-1.2882163

https://www.irishartsreview.com/new-generation-artist-work/tom-mclean/

http://www.screamingpopeprize.com/art-prize-finalists/tom-mclean